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Wandern im Ausland ABO

Ebbe, Flut und das Wattknistern

An der niedersächsischen Nordsee prägen die Gezeiten das Leben der Natur – und auch jenes der Wandernden. Das Watt fasziniert, der Strand entspannt, die Deiche schenken Weitblick. Zum Beispiel auf der ostfriesischen Insel Langeoog.
28.02.2025 • Text und Bilder: Rémy Kappeler
Ein Tag im Watt von Langeoog endet. Bevor die Flut kommt, geht es landwärts.

Wer Ebbe und Flut überleben will, muss clever sein. Das zeigt sich schon auf dem Weg zum Watt, in den Salzwiesen. Bei Sturmflut stehen diese jeweils unter Wasser, trotzdem leuchten sie jetzt grün und saftig. «Das ist nicht selbstverständlich, denn der Boden ist voller Salz. Und diese hohe Konzentration ist Gift für den Stoffwechsel fast aller Wurzelpflanzen. Die Pflanzen hier sind Überlebenskünstler», erzählt Uwe Garrels. Der Wattführer – seine Füsse stecken in hohen Gummistiefeln, in den Händen hält er ein Fangnetz und eine Stechgabel – sprudelt nur so, wenn er von der Insel Langeoog erzählt, die zu den Ostfriesischen Inseln im Nordwesten Deutschlands gehört.

Er zupft einige Halme eines Grasbüschels ab. «Leckt sie ab!», fordert er uns auf. Die Halme glitzern im Licht. «Das Englische Schlickgras scheidet das Salz direkt auf der Oberfläche aus», erklärt Uwe. Und so erstaunt es nicht, dass die Halme salzig auf der Zunge schmecken.

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